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Außenansicht
ET 165 231
Innenansicht Triebwagen 165 471
Innenraum 165 471
Innenansicht Steuerwagen 165 231
Steuerwagen 165 231 Innen
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Beschreibung

(a) Allgemeines über die Bauart Stadtbahn

Nach dem Probetrieb auf den nördlichen Vortortstrecken nach Bernau, Oranienburg und Velten begann die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) mit der Entwicklung eines Fahrzeugtyps für die geplante „Große Elektrisierung der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen". Die Erfahrungen mit den Vorserienfahrzeugen der Bauart 1925 (Oranienburg) flossen in die Entwicklung mit ein: die "Stadtbahner" erhielten leichtere Wagenkästen und eine bessere elektrische Ausrüstung. Die DRG beauftragte sechs Herstellerfirmen, welche als Lieferkartell die Großserie fertigen sollten.

Der Probezug traf 1927 in Berlin ein, im selben Jahr begann die Serienfertigung. Bis 1931 wurden insgesamt 1276 Wagen geliefert. Damals ein Rekord! Die Wagen kamen von den Firmen in das neu errichtete Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Schöneweide und wurden dort elektrisch ausgerüstet. Am 6. Juni 1928 wurde der elektrische Betrieb auf der Strecke Potsdam—Erkner feierlich eröffnet.

In den folgenden Jahrzehnten bildeten diese Fahrzeuge das Rückgrat der Berliner S-Bahn und wurden mehrfach modernisiert. So fuhren die Stadtbahner in Form der Baureihe 476/876 noch bis ins Jahr 2000 durch Berlin und das Umland. Diese Einsatzzeit von über 70 Jahren ist absolut untypisch für ein Schienenfahrzeug und war auch der besonderen politischen Situation in Berlin geschuldet.

Die Fahrzeuge bestanden anfangs aus Trieb- und Steuerwagen (461 Viertelzüge), um zwei Wagen als kleinste betriebliche Einheit nutzen. Der große Erfolg des neuen Verkehrsmittels bewirkte ein Umdenken: Die Reichsbahn bestellte die restlichen Viertelzüge mit Beiwagen anstelle von Steuerwagen. Etliche Steuerwagen wurden ab 1942 zu Beiwagen umgebaut.


(b) Informationen zu diesem Fahrzeug

Nachdem Ende der 1980er Jahre bereits ein Halbzug der Bauart durch die Reichsbahn (äußerlich) in den Auslieferungszustand versetzt wurde (Museumszug), folgten kurz darauf zwei weitere Viertelzüge. Diese wurden als Traditionszug bezeichnet und bestanden aus den Viertelzügen ET/ES 165 231 (ab 28.2.1990 im Dienst) und ET/EB 165 471 (seit 19.7.1990) im Dienst.

Heute erhalten ist nur ein gemischter Viertelzug bestehend aus den verbliebenen Fahrzeugen des einstigen Traditionszugs. Der Viertelzug (Vz) besteht aus Triebwagen ET 165 471 und Steuerwagen ES 165 231. Der Beiwagen EB 165 471 wurde bei einer Entgleisung im Sommer 2008 irreparabel beschädigt und wurde verkauft. Der Triebwagen ET 165 231 wurde infolge eines elektrischen Schadens abgestellt und im Juni 2014 gegen den ET 165 471 getauscht. Er ist ebenfalls verkauft.

Der ET (Nichtraucher) besitzt ein Dienstabteil und einen Großraum, getrennt durch Wand mit Tür. Der ES besitzt ein Großraumabteil (Raucher). Gemeinsam dokumentieren sie äußerlich im Zustand der späten 50er Jahre bis 1970.

Der letzte Einsatz im Fahrgastverkehr erfolgte im Jahr 2008. Nach Fristablauf im November 2013 ist nun eine Untersuchung nach § 32 EBO mit Aufarbeitung notwendig, um diesen Vz für Sonderfahrten wieder einsetzen zu können.

Es gibt derzeit keine konkreten Pläne zur Aufarbeitung.

Technische Daten
Bauart 1927 (Stadtbahn)
Baujahr 1928
Einsatzzeit 1928 – 1989, seit 1990 Museumszug
Antriebsleistung 4 Motoren je 90 kW
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Wagenlänge (über Kupplung) 5.460 mm
Sitzplätze 112 
Zustand der Triebwagen zeigt die Zeit der 1950er bis 80er Jahre, der Steuerwagen zeigt Innen die späten 80er Jahre; funktionsfähig/fahrfähig